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Tempel im Hinduismus
Der wirkliche Tempel oder Schrein ist das menschliche Herz, aber der äußere Tempel mit seiner göttlichen Atmosphäre erinnert den Menschen an seine ihm innewohnende Göttlichkeit. Gemeinsame Andacht fördert tiefere Konzentration der auf Gott gerichteten Gedanken.
Vor einigen tausend Jahren gab es die konkreten Tempelbauten, wie wir sie heute kennen, nicht. Die Menschen wußten, dass Gott in ihren Herzen wohnte, und sie sahen das Kosmische Bewußtsein in allem. Daher behandelten die Menschen alles um sich herum mit Liebe, Wertschätzung und Respekt. Sie liebten die Natur, und die Natur kümmerte sich ihrerseits um sie, wie die Mutter um ein Kind. Selbst heute noch bezeichnen wir die Natur und die Erde als Mutter Natur und Mutter Erde.
Im Laufe der Zeit begannen die Menschen den Kontakt mit dem Kosmischen Bewußtsein zu verlieren. Jedoch gab es noch erleuchtete Rishis und Weise auf Erden. Sie vermittelten die alten Weisheiten denen, die der Führung bedurften. Auf diese Weise begann sich das Guru-Jünger-Verhältnis zu entwickeln. Später, als das menschliche Bewußtsein seine Feinheit verlor, wurde Gott als etwas Getrenntes gesehen und die Menschen begannen, das innere göttliche Bewußtsein als eine Form außerhalb ihrer selbst zu betrachten. In dieser Periode, bekannt als die vedischen Zeiten, wurden den Göttern Feuerzeremonien dargebracht. Die Feuerzeremonie wurde in einem Gebiet mit besonderer geometrischer Form abgehalten. Die Menschen betrachteten Agni, den Feuergott, als den Mittler, der ihre Gebete und Gaben an den Höchsten weiterleitet. Die Götter dieser Ära waren Naturgeister (Sonne, Feuer, Wind, Wasser usw.).
Im weiteren Verlaufe büßte das menschliche Bewußtsein noch mehr Feinheit ein. Die Feuerrituale gerieten in Vergessenheit und die Menschen verfügten oft nicht mehr über die Mittel und Kenntnisse zur Durchführung. Die Weisen, die diesen Vorgang beobachteten, wiesen die Menschen an, Tempel zu errichten, und zwar mit ganz bestimmter äußerer Gestalt, so dass der Tempel an die innere Göttlichkeit erinnert.
Die Bauweise der Tempel weist sehr viele Parallelen zum menschlichen Körper auf. Mit anderen Worten: Tempel repräsentieren den menschlichen Körper, der Sitz des Göttlichen ist. Das innere Sanctum sanctorum repräsentiert die Feuerstelle und die Gottheit
steht für das Feuer.
So entstanden die Tempel. Ebenfalls um diese Zeit nahmen die Götter und Göttinnen persönlichere und zugänglichere Formen an, wie Vishnu, Shiva und Devi. Die Bauweise der Tempel entwickelte sich allmählich weiter. Anfänglich wurden einfache Strukturen aus Höhlen, Steinen und Holz errichtet. Zu späteren Zeiten entstanden hochentwickelte Strukturen und wundervolle Kunstwerke wurden geschaffen.
Es bestehen viele Parallelen zwischen den Feuerzeremonien und den heutigen Tempeln. Das Feuer wurde ersetzt durch die Hauptgottheit des Tempels. Die Feuerstelle wurde zum inneren Schrein des Tempels. Die Opfer fürs Feuer, wie Ghee, Milch, Honig usw., sind vergleichbar mit den Gaben, die der Tempelgottheit dargebracht werden. Die geometrische Struktur der Feuerzeremoniestellen ist vergleichbar mit der Tempelstruktur. Bei beiden endet das Singen mit dem Wort "Swaha". Wie zu vergangenen Zeiten kommen die Menschen noch zusammen, um Gottesdienste für sich und die ganze Natur durchzuführen. Obwohl die Feuerzeremonien heutzutage nicht so weit verbreitet sind, werden sie jedoch nach wie vor vollzogen und spielen noch eine wichtige Rolle als Bestandteil der Gottesdienste in Tempeln und zu Hause.
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