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Informationen zu Shivaratri (Sivaratri)
Sivaratri (das größte Fest der Hindu) ist Gott Shiva geweiht und wird in der mondlosen Nacht des Monats Phalguna (Feb/März) gefeiert. Das ist am vierzehnten Tag im Krishnapaksha oder auch in der Hälfte der dunklen Zeit. Infolge eines speziellen planetarischen Zusammenhangs werden die geistige Übungen, die an diesem Tag gemacht werden, für besonders zukunftsfördernd und vorteilhaft erachtet. Darauf gibt es einen Hinweis in einem des Puranas, in dem Shiva selbst Parvati Devi [der göttlichen Mutter] erklärt, dass dieser Tag ihm besonders lieb ist und dass denjenigen, die die vorgeschriebenen strengen Riten an diesem Tag durchführen, alle negativen Handlungen vergeben werden.
Eine populäre Geschichte der Puranas geht so: Es gab einmal in Varanasi einen armen Jäger. Sein Name war Suswara. Er lebte mit seiner Frau und seinem Kind in einer kleinen Hütte. Sie lebten von der Hand in den Mund. Suswara ging stets in den Wald und jagte jedes Tier, das ihm gerade über den Weg lief, und ernährte so seine Familie. Eines Tags, fing er viele kleine Tiere und Vögel, die er in einen Sack steckte. Angeregt durch den Jagderfolg, drang er tiefer in den Wald ein, auf der Suche nach mehr Wild. Bald wurde es dunkel und er kehrte um, um nach Hause zu gehen. Er war ein wenig besorgt, da es im Wald auch gefährlichen Tiere gab. Er hatte nicht vor, die Nacht dort zu verbringen. Bald wurde es sehr dunkel. Er war nicht imstande, seinen Rückweg zu finden, so kletterte Suswara auf einen Baum, um vor den wilden Tieren sicher zu sein.
Angezogen durch seinen Geruch, kamen Tiere, und lauerten unter dem Baum. Suswara wollte sie erschrecken und wegjagen. Er brach einige Zweige vom Baum und warf damit nach den Tieren, aber vergebens. Während der ganzen Nacht strichen die Tiere unter dem Baum herum.
Suswara konnte nicht einmal einen Augenblick schlafen. Er blieb die ganze Nacht wach. Er zupfte Blätter vom Baum, der zufällig ein Bilva Baum war [ein heiliger Baum, aus der ayurvedischen Medizin], und ließ sie zu Boden fallen. Suswara wusste nicht, dass es einen Shivalinga [einen phallusförmigen heiligen Stein] am Fuß des Baums gab; und so, obgleich er ahnungslos war, hatte Suswara dem Shivalinga mit den Bilva-Blättern ein Opfer dargebracht. Zugleich war diese Nacht Shivaratri. Auf diese Weise hatte der Jäger unbewusst eine Nachtwache gehalten und Shiva angebetet.
Entsprechend dem Shiva Purana, sollte die Mahashivaratri Anbetung aus sechs Teilen bestehen: Erst werden der Gottheit Bilvablätter geopfert, nachdem man sie zeremoniell gebadet hat, was die Reinigung der Seele darstellt. Dann wird rote Paste auf dem Linga-Stein auftragen, nachdem man ihn gebadet hat, was Tugend darstellt. Anbieten von Speise, das steht für Langlebigkeit und Wunscherfüllung. Das Abbrennen von Räucherstäbchen bringt Fülle. Eine Öllampe entzünden, steht für das Erlangen von Wissen. Und schließlich das Anbieten von Betel, was die Befriedigung durch weltliche Vergnügungen symbolisiert. Diese sechs Riten bilden einen unentbehrlichen Teil der Mahashivaratri Anbetung, sei es eine einfache Zeremonie zu Hause oder eine große Anbetungsfeier in einem Tempel.
Bedeutung der Rituale
Die oben erzählte Geschichte ist eine Allegorie. Ebenso wie der Jäger versuchte, wilde Tiere zu töten, versucht der spirituell Suchende die Sinneslust, Zorn, Habsucht, Vernarrtheit, Eifersucht und Haß zu überwinden. Der Dschungel ist der Verstand, in dem alle diese Negativitäten umherstreifen. Ein geistiger Aspirant muß diese "Tiere" töten, um frei zu sein.
Der Name des Jägers war Suswara, das bedeutet "eine wohlklingende Stimme." Dieses zeigt die Reinheit der Absicht und der Rede an, die ihrerseits eine Ebene der Geistesreinheit andeuten.
Der Jäger war in Varanasi geboren. Vara bezieht sich die auf Stirn, während Nasi die Nase ist. Der Punkt, wo beide zusammentreffen ist Varanasi, in anderen Worten der Punkt zwischen den Augenbrauen. Dieser Punkt wird auch das Ajna Chakra genannt und wird als eine Verbindung der drei Nadis angesehen: Ida, Pingala und Sushumna. Ein geistiger Aspirant/in, der seinen/ihren Verstand auf diese Punkte konzentriert erlangt stufenweise Kontrolle über seine Gedanken und Sinne. Die Tötung der Tiere bedeutet folglich Kontrolle über jemandes Vasanas (latente Tendenzen) an.
Der Bilva Baum entspricht der Wirbelsäule. Die Blätter des Baums sind speziell: jeder Stiel hat drei Blättchen. Die drei Blättchen stellen die drei Nadis dar, die oben erwähnt wurden. Das Erklettern des Baums stellt den Aufstieg des Kundalini Shakti vom Muladhara zum Ajna Chakra dar.
Das Wachbleiben ist symbolisch für die Art des Bewusstseins und vom Einssein, das der geistige Aspirant benötigt, um das Ziel zu erreichen. Er kann es sich nicht leisten, einen einzigen Moment locker zu lassen.
Shiva ist das oberste Bewußtsein, das die drei Zustände des Wachseins, des Träumens und des tiefen Schlafes beleuchtet. Indem dem Shivalinga die dreiblättrigen Bilva Blätter angeboten werden, zeigt es die Rückkehr zu einem Niveau des Bewußtseins, über die drei Zustände hinaus zum Turiya, dem vierten Zustand. Das Erwachen dieses Zustandes ist mit dem wach werden der Einzelperson gleichbedeutend.
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