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Stein auf Stein: Hausbau für die Tsunami-Opfer
19. August 2005, Vellannathuruthu, Alappad Panchayat, Kollam Distrikt, Kerala
Als die Morgensonne ihren Weg durch das Blätterdach der Kokospalmen gefunden hatte, die Vellannathuruthu ihren Schatten spenden, trottete eine Gruppe von Ammas Anhängern und Schülern auf einer der seewärts gelegenen verschmutzten Dorfstraßen hin und her, und trugen massenhaft Steine - meist auf dem Kopf.
Es ist harte Arbeit. Aber die Männer und Frauen - und manchmal auch Kinder - arbeiten beständig und ohne sich zu beklagen. Sie sind fest entschlossen, die 1.400 Häuser, die der M.A. Math in Alappad Panchayat als Teil seines Flutwellen-Hilfsprogramms baut, so schnell als möglich fertig zu stellen.
Die Bauarbeiten dauern nun schon eine ganze Reihe von Monaten an und 1.360 Fundamente sind bereits fertig. Augenblicklich entstehen die Steinwände.
Das Problem dabei ist, daß die landesinneren Orte von Alappad Panchayat meist ausschließlich über verschlungene Pfade erreichbar sind, die sehr schmutzig sind - Pfade, die von trächtigen Kühen nur schwer bewältigt werden können, ganz zu schweigen von LKW, die Tonnen von Steinen transportieren. Um alles noch schlimmer zu machen, hat der Monsun das Land in eine Matschlandschaft verwandelt, kleine Brücken sind überflutet und die Pfade oft sogar unterspült. Deshalb haben die LKW ihre Ladung an mehreren zentralen Stellen im Panchayat abgeladen und die Ashrambewohner verbringen nun ihre Vormittage damit, die Steine von A nach B zu schleppen, immer und immer wieder.
Um ehrlich zu sein, am Ende der vierstündigen Schicht sehen die Männer und Frauen kaputt aus, aber frohen Mutes, denn ihre Motivation ist es, Familien, die nun schon acht Monate obdachlos sind, zu helfen zur Normalität zurück zu finden. "Als ich erstmals die Bilder der Flutwelle im Fernsehen in Europa sah, war ich sehr traurig, dass ich nicht persönlich dort sein konnte zum Helfen", sagt Ed De Wilde, ein 54 jähriger Belgier, der gerade Amritapuri mit seiner Familie besucht. "Ich spendete Geld, aber das ist nicht dasselbe, wie wenn man persönlich dort ist und hilft. Jetzt bin ich froh hier zu sein, um den Flutwellenopfern wirklich helfen zu können."
Die meisten Westler ziehen es immer noch vor, die Steine mit den Händen zu tragen, entweder tragen sie einen Stapel vorm Bauch oder sie füllen einen großen Reissack und tragen diesen auf dem Rücken. Aber einige sind zur traditionellen indischen Methode übergegangen, füllen eine Kiste mit sieben oder acht Steinen und tragen diese auf dem Kopf. Ein Westler wurde gefragt, wie er sich fühle, nachdem er mehrere Stunden auf die indische Art gearbeitet hatte. Er witzelte und antwortete: "Ungefähr zehn Zentimeter kleiner."
Brahmacharis nehmen ein Brett und stapeln darauf 16 Steine, die sie dann auf diese Weise normalerweise transportieren. Zusätzlich watet man dann durch knietiefes Wasser, was das Ganze zu einer Geschicklichkeitsübung werden lässt. Aber gemessen an dem was aus der Geschichte des Zentrum bekannt ist, sind 16 Steine nichts. Als Ammas erste Gruppe von Brahmacharis den Amritapuri-Tempel baute, schaffte einer der augenblicklichen Sannyasins den Zentrums-Rekord von 45 Steinen auf seinem Kopf.
Die Steine-Seva wird wohl noch einige Monate andauern. Da nun für jedes Haus 13.000 Steine gebraucht warden, heißt dies, dass 18.2 Millionen Steine insgesamt bewegt werden müssen. Diese Zahlen erschrecken aber niemanden aus der Arbeitstruppe Ammas. "Wir tun nichts", sagte einer der Senior Brahmacharis, der bei der Arbeit hilft. "Amma erledigt alles, also, worüber sollen wir uns aufregen."
--Tulasi
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