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Matru Gramam: Eine Alternative zum traditionellen Lebenserwerb für die Dorfbewohner

12. Juni 2005, Amritapuri

Als Teil des Amrita Tsunami-Rehabilitationsprojekts hat der M.A. Math ein Projekt ins Leben gerufen, das Familien in den Dörfern von Alappad selbständiger machen soll.

Das Projekt hat den Namen Matru Gramam, das so viel heißt wie "Mutters Dorf". Es wird angestrebt, jede Familie mit einer Möglichkeit zum Lebenserwerb auszustatten, Programme voranzutreiben, die Einkommen durch lokale Ressourcen schaffen, Ermutigung zur beruflichen Selbständigkeit, Unterstützung im Gemeinde- Gesundheitswesen, den sanitären Anlagen, in der Bildung und bei der Wiederbelebung von örtlichen Traditionen und Kulturen. Vertreter aller zehn Bezirksverwaltungen (sog. Karayogams) von Alappad panchayat nehmen aktiv an diesem Projekt teil.

Das Engagement des Zentrums in diesem Projekt wird eine von zwei Formen annehmen: Zunächst wird die den Dörflern notwendige Ausbildung angeboten, z.B. in Telefon- oder Computerreparatur. Dann sollen sie für ihr eigenes Geschäft Sorge tragen. Es ist noch erwähnenswert, dass das Zentrum bereits Dörfler zu Schneidern ausgebildet hat und ihnen die Nähmaschinen zur Verfügung stellt. Diese Dörfler verdienen nun bereits zwischen 1.500 und 2.000 Rupien monatlich.

Im zweiten Fall wid das Zentrum Ausbildung anbieten, die ermöglicht, Haushaltsgegenstände herzustellen, wie z.B. Seife, Kleidung oder auch eingelegtes Gemüse. Die Dörfler, die an solcher Ausbildung teilnehmen werden auch finanzielle Hilfe von der Regierung erhalten. Danach sollen die Dörfler in der Lage sein, sowohl die Herstellung als auch den Verkauf ihrer Produkte selbst in die Hand zu nehmen. Es ist geplant, dass verschiedene Verwaltungsbezirke verschiedene Waren herstellen sollen. Jeder wird seine bestimmten Produkte dem anderen verkaufen und auf diese Weise den Weg für eine sich gegenseitig versorgende und eigenverantwortliche Gesellschaft ebnen. So hofft das Zentrum, die Anweisungen von Gott Krishna in die Tat umzusetzen, die nachzulesen sind unter Vers 3.11 der Bhagavad Gita: "Indem ihr euch gegenseitig versorgt, werdet ihr höheren Wohlstand erreichen" ("parasparam bhaavayanta param sreyam avaapsyata"). Die Dörfler werden auch gezwungen sein, dafür zu sorgen, dass ihre Produkte von guter Qualität sind, wenn sie Käufer finden wollen. Man kann erwarten, dass diese Dörfler zu gegebener Zeit die Darlehen der Regierung zurückzahlen werden.

Auf diese Weise strebt das Zentrum an, den Dörflern eine Alternative zu ihrem traditionellem Lebenserwerb zu geben wie z.B. Kokosmatten zu flechten. Schließlich hofft man, dass das Mutters Dorf-Schema ideale Dörfer (matrika gramam) hervorbringen kann. Indem die sozioökonomischen Bedingungen der Familien angehoben werden – der wichtigsten Stütze der Kultur und des Erbes Indiens – kann der Fortschritt der gesamten Nation sicher gestellt werden.