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Schwimmkurse für Tsunami-Kinder
15. März 2005 - Amritapuri
Bereits eine Woche nach der Katastrophe hatte Amma die Idee, Schwimmunterricht für die Dorfkinder im Schwimmbad des Zentrums einzurichten. Amma wollte den Kindern helfen, ihre Furcht vor dem Wasser zu überwinden, der bloße Gedanke an Mutter See macht sie starr vor Schrecken, seit dem Tag als die Wassermassen in die Straßen drangen und ihr Zuhause vielleicht einen Freund oder gar ein Familienmitglied wegschwemmte. "Nur durch Wasser selbst werden sie ihre Angst vor dem Wasser verlieren", sagte Amma.
Jeden Morgen finden neue Unterrichtsstunden im Wechsel mit zwei einstündigen Gruppenkursen statt einem für Jungen und einem für Mädchen. Der Kurs, beginnend mit Baderegeln, wird von Sneha Albione Becnel geleitet, einer 62 jährigen Amerikanerin, die seit fünf Jahren in Amritapuri wohnt. Sie hat bereits mehr als 100 Personen erfolgreich Schwimmen beigebracht.
"Man kann jemandem nicht mit Worten die Angst vor dem Wasser nehmen", sagt Sneha, einer ehemaligen Rot-Kreuz Wassersicherheitslehrerin. "Aber man kann ihnen Fertigkeiten beibringen, die sie sicher machen und Vertrauen gewinnen lassen. Darauf konzentrieren wir uns einfache Dinge, wie das Gesicht ins Wasser zu tauchen, rhythmisches Atmen, Wassertreten, im Wasser tanzen, auf dem Bauch und dem Rücken gleiten bis hin zu Kraulbewegungen. Wir zeigen ihnen auch, aus dem Stand zu tauchen, mit den Füßen zuerst ins Wasser zu springen und schließlich sicher zu schwimmen. Wir versuchen sie ins Wasser zu führen, bis zum dem Punkt, wo sie nicht mehr stehen können, und das so schnell und so sicher wie möglich."
Sneha sagt, dass das wichtigste, was sie den Kindern beibringen möchte, die Erfahrung des "Buoyancy" ist, zu spüren, dass der menschliche Körper von Natur aus im Wasser schweben will. "Das kann man niemandem mit Worten beibringen", sagt sie. "Sie müssen die Erfahrung damit machen. Gerne mache ich mit ihnen folgende Übung, 'versuche, dich auf den Boden des Beckens zu setzen.' Und dann merken sie es: natürlich kann man gar nicht am Boden des Schwimmbeckens sitzen. Sie erfahren dadurch, dass das Wasser sie nach oben drückt."
All das hilft den Kindern, Vertrauen aufzubauen. "Sie müssen die Erfahrung machen, sicher im Wasser zu sein", sagt Sneha. "Alle unsere Aktivitäten haben einzig diesen Zweck." Wenn die Kinder dann ihre Furcht überwunden haben, arbeiten Sneha und ihre Assistenten daran, dass sie sich auf und unter Wasser bewegen können."das ist ganz wichtig", sagt Sneha. "Ihnen nur das Schwimmen beibringen, ist nicht genug. Sie müssen auch tauchen können. Das ist wieder eine ganz andere Erfahrung. Wenn man schwimmen kann immer mit dem Kopf über Wasser hilft das im Notfall nicht wirklich."
Die erste Gruppe Kinder wird den Kurs am Sonntag beenden und die geschickten Schwimmer werden eine Urkunde bekommen, die sie mit nach Hause nehmen sollen. Diejenigen, die noch nicht so sicher sind, werden den Kurs wiederholen können.
Nach der Hälfte der Zeit können die Kinder schon ganz gut schwimmen, sag Sneha. Ungefähr 70% der Jungen können sogar schon tauchen und bis zur anderen Seite des Beckens schwimmen. "Es ist der Lohn für unsere Arbeit, wenn wir Kinder, die absoluten Horror vor dem Wasser hatten die noch nicht einmal einen Fuß ins Wasser halten konnten sechs Tage später tauchen und durch das ganze Becken schwimmen können."
- Tulasi
siehe auch "Für Schwimmer ist es ein Vergnügen, im Wasser zu sein"
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