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Wir bringen Freude und Kultur in das Leben der Tsunami-Kinder
12. März 2005 - Amritapuri
Jeden Morgen nach dem Frühstück kann man ihn sehendie Büchertasche über die Schultern geworfen radelt er vom Ashram los, er könnte leicht für einen Student gehalten werden. Aber anstatt Lehrbücher trägt er in der Büchertasche eine Sammlung von Bhajans mit sich, und er fährt auch nicht zur Schule, sondern zu verschiedenen Tsunami-Hilfscamps, in denen er mit den Kindern spielt, singt und spricht.
"Ein paar Wochen nach der Katastrophe bat mich Amma, in die Dörfer hinauszugehen", sagt Brahmachari Manoj. "Amma sagte, die Kinder leben in einem Schock, sie haben immer noch diese schrecklichen Dinge im Kopf. Sie sahen das Wasser kommen und sie fürchten sich immer noch. Bringe Freude in ihr Leben. Sei bei ihnen, spiele mit ihnen, sprich mit ihnen.' Außerdem trug Amma mir auf, mit ihnen Bhajans zu üben und so kulturelle Werte in ihr Leben zu bringen."
Und seit zwei Monaten macht er das nun12 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Alles in allem besucht Manoj regelmäßig neun Lager und ist ganz eng mit 400 Kindern verbunden. Selbst wenn er nicht in einem Camp ist, hat er eine Gruppe von drei oder vier Burschen um sich herum. Er lacht viel mit ihnen und gibt ihnen Denksportaufgaben, selbst beim Frühstück.
"Ich besuche die Ashramlager in Srayikkad fast jeden Tag", sagt er. "Zu den anderen Campsdie entweder von der Regierung oder den Dorfbewohnern selbst eingerichtet wurdenkomme ich regelmäßig von Zeit zu Zeit, jedes besuche ich zwei oder dreimal pro Woche. Ich bringe ihnen Bhajans bei, wie man meditiert und spreche allgemein über geistige Dinge. Mein Hauptaugenmerk richte ich darauf, ihnen zu erklären, dass sie ihre Eltern achten sollen. Wir in Indien sagen, matru devo bhava pitru devo bhava acharya devo bhava, atithi devo bhava, das heißt, dass wir Mutter, Vater, Lehrer und Gäste wie Gott selbst ehren sollen. Und so konzentriere ich mich auf den ersten Aspekt. Wenn sie meditieren, halte ich sie an, ihre Eltern zu verehren, indem sie mental deren Füsse waschen. Ich erzähle Geschichten aus den Puranas [indische heilige Texte], wie zum Beispiel vom Rennen zwischen Ganesha und Muruga [die beiden ältesten Söhne Shivas].
In den vergangenen Wochen brachte Manoj regelmäßig Kinder nach Amritapuri, um mit ihnen Bhajans für Amma zu singen, während sie Darshan gibt. Sie sitzen genau vor ihr in Gruppen von 30 Kindern und singen zwei Stunden lang Namavalis [ähnlich wie Mantren] und andere Lieder zu Ehren von Krishna, Devi und Gott Ganesha.
Amma liebt es sehr, wenn Kinder für sie singen, aberweil Amma immer die versteckten Talente ihrer Kinder fördern möchtebeauftragt Amma Manoj, schwierigere Lieder mit ihnen einzustudieren.
Eine Woche später kam Manoj mit ein paar Kindern aus Srayikkad, die ein Originallied sangendieses war eigens Amma geweiht. Als sie es zum ersten Mal für Amma sangen, unterbrach Amma ihren Darshan, damit sie während die Kinder sangen in ihre strahlenden Gesichter schauen konnte.
Wir haben eine Mutter, unsere eigene Mutter,
Der Name dieser Mutter ist Amritamayi!
Amma gibt uns einen Kuss,
Oh, was für ein süßer Kuß das ist!
Amma wird uns umarmen und Darshan geben,
Oh wie erlösend ist dieser Darshan!
Ist Amma nicht mein Ein und Alles?
Bist du nicht meine Amma ganz allein?
Amma gibt jedem Liebe.
Ist es nicht Amma, die immerzu lächelt ?
Ist es nicht Amma, die voll mütterlicher Liebe ist?
Ist sie nicht die Göttliche, die uns immer beschützt?
Wir sollen Amma ein Geschenk machen.
Kennst du unser Geschenk?
Wir sollen friedliche miteinander sein, wir sollen nicht streiten.
Sind wir nicht Ammas Kinder?
Wir sollen gut lernen und besser werden.
Wir sollen immer zueinander stehen.
Wir sollen nicht lügen, wir sollen nichts Falsches tun.
Sind wir nicht deine lieben Kinder?
Wir sollen auf unsere Eltern hören.
Zu Hause werden wir gute Kinder sein.
Amma hat uns ein Gebet geschenkt
Kennst du dieses Gebet?
Om lokah samastah sukhino bhavantu
Om lokah samastah sukhino bhavantu
Friede, Friede, Friede OM Friede, Friede, Friede
Manoj sagt, dass seit dem, immer wenn irgend ein Kind anfängt zu streiten und zu kämpfen, die anderen Kinder anfangen zu singen: Wir sollen friedliche zueinander sein, wir sollen nicht streiten. Sind wir nicht Ammas Kinder?
Manoj ist nicht der einzige Ashrambewohner, der regelmäßig mit Kindern arbeitet. Mehrere Brahmacharinis geben regelmäßig Unterricht und vor Kurzem hat der Ashram auch mit Tabala-, Harmonium- und Schwimmunterricht begonnen. Amma sagt, sie sollen auch Yoga lernen.
Auf Ammas Bitte hin spricht Manoj mit den Kindern auch über die Katastrophe und ermutigt sie, Kreidebilder zu malen, die häufig das Unglück zum Inhalt haben. "Eine Zeit lang hatten sie Alpträume", sagt Manoj. "Sie träumten, dass ihre Freunde, die gestorben waren, zu ihnen kamen und nachts nach ihnen riefen. Einige von ihnen begannen mit Schlafwandel. Aber ihre Beziehung zu Amma gab ihnen viel Kraft. Sie fühlen tatsächlich, dass Amma über sie wacht und sie beschützt. Die Tatsache, dass Amma ihnen vom ersten Tag nach der Katastrophe an zu essen gab, hat sie sehr beeindruckt. Selbst die, die jetzt bereits an anderer Stelle Essen bekommen können, kommen zum Ashram zum Frühstück. Und sie machen Amma stets erst ein Reisopfer bevor sie mit dem Essen beginnen.
In dieser Zeit, in der die Indische Kultur unter dem Kabelfernsehen, dem Materialismus und den "modernen" Dingen leidet, ist Amma die wieder belebende Kraft, die das Leben in die junge Generation hineinhaucht, nicht zu letzt durch die begeisterten Bemühungen junger Frauen und Männer wie Br. Manoj. Samskara ist nicht Schwäche sondern Kraft, eine Kraft, die wir aus den Gesichtern der Kinder rund um den Ashram leuchten sehen können.
"Ich frage sie, woher hast du deine Augen?' Sie können es nicht sagen, also erzähle ich ihnen, ihr habt eurer rechtes Auge von eurer Mutter und das linke von eurem Vater bekommen! Und, wisst ihr, was das heißt? Mit eurer rechten Hand sollt ihr eurer Mutter zu dienen und mit der linken eurem Vater und dann mit beiden Händen, der ganzen Welt.'"
- Sakshi
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