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Freude inmitten des Schmerzes
4. Januar 2005 - Kayamkulam, Kerala
Am Neujahrstag ging ich mit einer Gruppe von 25 Männern aus Ammas Ashram nach Kayankulam, um zwei Hilfscamps zu besuchen. Hier waren viele Familien untergebracht, deren Häuser durch die Flutwelle zerstört worden waren.
Unsere Aufgabe sollte sein die Toiletten zu reinigen, also brachten wir Eimer, Bürsten und Gummihandschuhe mit uns. Das erste Hilfscamp war in einer Schule eingerichtet und ziemlich voll mit Menschen. Wir stellten fest, dass die Toiletten schon gereinigt worden waren, also fingen wir an, uns um den Müll auf dem ganzen Gelände zu kümmern. Dazu mussten wir teilweise bis tief in die Abwasserrohre greifen.
Schon bald hatten wir einige junge Zuschauer.
"Wie heißt du?", fragte ich ein kleines Mädchen. "Shabdha", antwortete sie kichernd. "Und wie heißt du?", fragte ich ihre Freundin. "Parvati". "Oh, Parvati, die Göttin", sagte ich. Nun kicherten beide.
Bald war ich umringt von wunderschönen Kindern, lernte all ihre Namen und spaßte mit ihnen herum. Als das Müllsammeln beendet war, spielten wir noch etwas und sangen und tanzten zusammen. Bei allem reagierten sie spontan mit so viel Freude.
Mir wurde bewusst, dass es dieses war, wofür ich diesen Tag hierher gekommen war: Um mit den Kindern zu spielen! Kinder leben so sehr in der Gegenwart und sogar hier, inmitten vom Leid, ist es ihnen möglich den Schmerz und die Angst loszulassen und sich der Freude zu öffnen.
Nach einer guten Stunde Spaß, in der ich auf Mülleimern trommelte, auf einem Bein hopste und in einigen Variationen den Zirkusclown spielte, kam eine sehr alte Frau zu uns, lächelte mir zu und fing an zu singen! Sie strahlte und kicherte dabei wie ein junges Mädchen. Ich fühlte wie alle Herzen sich öffneten, als ob Amma anwesend sei und ihre Seligkeit mit jedem teilen würde.
Eine ähnliche Geschichte spielte sich im nächsten Camp ab. Sobald wir das Gelände betraten, fingen einige von uns an mit den Kindern zu spielen. Mein Freund Chidanand setzte den kleinsten Jungen auf seine Schultern und lief mit ihm um den Platz. Bald kannten wir viele Namen der Kinder. Wir spielten so ungefähr jedes Spiel, das uns einfiel, alles, um in Kontakt mit ihnen zu kommen und sie lächeln zu sehen. Ein selbstgemachter Kricketschläger und Ball wurden uns überlassen. Es schien, als ob die Kinder sehen wollten, ob wir aus dem Westen damit etwas anzufangen wüssten. (Oder es war eigentlich Amma, die meinem unbewussten Wunsch Kricket auszuprobieren nachhalf).
Ich fing an den Schläger wild zu schwingen und tatsächlich traf ich auch ab und zu! Die Kinder liebten die Schau.
Als das Spiel bald darauf endete, begannen wir zu singen. Innerhalb von wenigen Minuten war ich von mindestens 30 Kindern umgeben, die mit mir in voller Lautstärke sangen, ihre Gesichter voller Freude. Ich konnte es nicht glauben, diese Lebendigkeit in ihnen zu sehen und diese wunderbare Verbindung, die wir innerhalb so kurzer Zeit aufgebaut hatten. Ich fühlte, Amma war da, und alles was sich ereignet hatte geschah durch sie.
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