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Rettungs- und Hilfsmaßnahmen nach der Überschwemmung: Bericht vom 27. Dezember
 Amma leitet persönlich die großangelegten Bergungsarbeiten in dem überfluteten Gebiet
27. Dezember 2004 Amritapuri
Die Gefahr ist vorüber. Doch die Zerstörung bleibt. Auch wenn im Ashram selbst niemand verletzt wurde, haben die Dorfbewohner große Verluste erlitten. Familienmitglieder sind tot oder verschollen. Viele ihrer Häuser und Hütten wurden einfach hinweggespült. Die Regierung hat das Gebiet evakuiert und alle Bewohner für die kommenden 48 Stunden auf die andere Seite der Backwaters befördert. Unter Ammas Anweisungen wurden sowohl in der Amrita-Universität, als auch in der neuen Ayurveda-Schule Hilfscamps errichtet. Dort werden über 3000 evakuiert Menschen beherbergt.
Fünf Menschen aus der direkten Nachbarschaft des Ashrams wurden getötet; insgesamt gibt es im Kollam-Distrikt mindestens 150 Tote. Jede Stunde werden weitere Leichen gefunden. Wenn man bedenkt, dass sich zum Zeitpunkt der Flutkatastrophe mindestens 20 000 Menschen im Ashram aufhielten das sind mehr als im gesamten Allappad-Dorf, mit dem sich der Ashram die Halbinsel teilt kann es nur reine Gnade gewesen sein, dass niemand verletzt wurde.
Die Ashrambewohner sind zur Zeit ebenfalls obdachlos. Sie haben nur ein paar Kleidungsstücke mitnehmen können. Doch sie sorgen für die Dorfbewohner: dass sie Strohmatten zum Schlafen haben, dass sie dreimal täglich eine kostenlose Mahlzeit bekommen, dass sie Wasser und Milch haben. In der Mitte der Nacht bat Amma die Ashramiten sogar, ihre eigenen Strohmatten, auf denen sie schliefen, den Dorfbewohnern zu Verfügung zu stellen.
Die Regierung hat in den neun Schulen des Landkreises Hilfscamps aufgebaut, und es ist Ammas Ashram, der diese Hilfszentren mit Nahrung und anderen Notwendigkeiten, wie z.B. Kleidung und Decken, versorgt.
Sechs Rettungswägen vom AIMS-Krankenhaus mit medizinischen Teams, die von 10 Ärzten geleitet werden, fahren ständig in dem zerstörten Gebiet umher. Sie statten jedem Camp alle zwei Stunden einen Besuch ab, und das 24 Stunden täglich.
Insgesamt bereitet der Ashram Nahrung für 10 000 Menschen zu, und dies drei Mal täglich. Die Brahmacharis kochen Reis, Uppama und Curries, und die Brahmacharinis und viele der Devotees aus der ganzen Welt sind mit dem Gemüseschneiden beschäftigt. Das Essen wird mit den Ashram-Lastwägen zu den Hilfscamps gebracht. Die Brahmacharis bringen außerdem noch Säcke mit ungekochtem Reis dorthin, da die Nahrungsmittelvorräte der Menschen hinfort gespült wurden.
Die ganze Zeit über hat Amma persönlich die Hilfsaktionen geleitet. In dem Moment, als die Flut kam, unterbrach Amma ihren Darshan, wickelte sich in einen gelben Schal und begann damit, vom Balkon des Tempels aus Anweisungen zu geben. Anschließend kam sie herunter, watete durch das Wasser und begann damit, sich persönlich darum zu kümmern, dass alle in Sicherheit gerieten.
Einmal retteten Brahmacharis sogar etwa 50 Menschen, die auf dem Dach eines Hauses gestrandet waren und nicht schwimmen konnten. Sie nahmen ein Brett vom Dach der Ashram-Küche und halfen den Menschen hinüber.
Amma versicherte sich, dass alle Mitglieder einer Familie beisammen waren, bevor sie diese zu den Booten schickte, die sie dann über die Backwaters brachten. Sie war sehr besorgt darum, dass die Familien beisammen bleiben sollten, denn wenn sie einzeln zum anderen Ufer gebracht würden, könnten sie sich möglicherweise verlieren und wüssten nicht mehr, ob die übrigen Familienmitglieder ebenfalls in Sicherheit seien.
Als Erstes wurden die Dorfbewohner auf das Festland gebracht. Anschließend kamen die Devotees dran und zum Schluss die Ashrambewohner. Die Elefanten und die Kühe wurden im Morgengrauen über den Landweg in Sicherheit gebracht. Amma war die letzte Person, die den Ashram verließ. Und sie ging nur deshalb, weil sie wusste, dass einige ihrer Schüler ebenfalls dort bleiben würden, wenn sie nicht ginge.
Als Amma die andere Seite der Backwaters erreichte, war es schon nach Mitternacht. Sie fuhr sogleich damit fort, die Hilfsaktionen zu organisieren, indem sie den Brahmacharis sagte, wo sie hingehen sollten und was sie mit sich nehmen sollten, um sich um die Menschen zu kümmern.
Am Morgen besuchte Amma die Hilfscamps, die der Ashram errichtet hatte, und tröstete all die Menschen dort. Sie erkundigte sich auch nach ihren Häusern und ihren Familien. Anschließend besuchte sie die Familien der Todesopfer der Flutkatastrophe.
Der Ashram nimmt auch aktiv an den Hilfsaktionen in Cochin, Trivandrum, Chennai und Pondicherry teil. Amma hat alle Zweigashrams in Südindien dazu aufgerufen, bei den Hilfsaktionen mitzumachen.
Amma hat seit Beginn der Tragödie nicht geschlafen und noch nicht einmal etwas getrunken. Als sie gebeten wurde, etwas Wasser zu trinken, sagte sie einfach: "Wie kann ich etwas nehmen, wo doch so viele Menschen gestorben sind."
- Sakshi
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