Flutkatastrophe
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Geschichten des Tsunamis

Ashrambewohner und Devotees teilen ihre Erfahrungen im Tsunami von Amritapuri

Liebe, Dharma & Samskara

Als die Flut kam, wurde Damayanti Amma, Ammas Mutter, sofort mit dem Boot auf das Festland gebracht. Doch als sie dort ankam, wurde ihr sofort bewusst, dass ihr Ehemann, Suganandan Acchan, noch immer im Ashram war. "Was? Acchan ist noch immer dort?" sagte sie. "Wie könnt ihr nur mich hinüberbringen und ihn nicht? Das ist nicht richtig. Es ist mein Dharma, dass ich bei meinem Ehemann bleibe. Nein, ihr bringt mich sofort wieder zurück. Ich werde hier nicht ohne ihn bleiben." Damayanti Amma war so unerbittlich in ihrer Überzeugung, dass Ammas Brüder und Schwestern keine andere Wahl hatten, als sie wieder zurück zu bringen. Erst als Acchan gefunden war, konnten die beiden auf die andere Seite der Backwaters gebracht werden.


Christie Nunn "Kripa" (19 Jahre), Fairfield, Iowa, USA

"Ich beobachtete aus dem Fenster des Schlafsaales im Tempel, wie die dritte Welle den Ashram traf und durch das Haupttor strömte. Sobald mir klar wurde, wie ernst die Lage war, rannte ich hinunter zu Amma. Während ich ihren Anweisungen folgte – zuerst zum Dach hinauf zu gehen und dann die Backwaters zu überqueren – konnte ich nicht anders, als mich vollkommen sicher und geborgen zu fühlen, trotz all der Trauer, des Chaos und der Anspannung, die mich umgaben. Während dieses ganzen Erlebnisses, fühlte ich mich so gut versorgt. Ich kann dies nur auf Ammas unglaubliches Shraddha (volle Konzentration bis ins kleinste Detail) zurückführen."


Mehga, Amritesh & Joel

"Als das Wasser begann, in den Ashram hineinzuströmen, rief ich nach Amma. Die folgenden Tage verliefen harmonisch. Ammas Gegenwart gab der ganzen Erfahrung etwas Kostbares, sie war wie Prasad. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich um nichts sorgen muss, Amma ist bei uns. "


Vimukta, Dänemark

"Am 26. Dezember starb jemand in mir: Die Person, welche dachte, sie hätte ihr eigenes Leben unter Kontrolle. Amma rettete in weniger als einer Stunde das Leben von 20 000 Menschen. Ich verneige mich vor meiner geliebten Amma."


Karuna Poole, Seattle, Washington, USA

"Als ich auf dem Dach des Tempels stand und die Devotees auf den Balkonen der ganzen anderen Gebäuden stehen sah, dachte ich die ganze Zeit: ‚Jetzt hat sie uns Noahs Arche gebaut… Jetzt hat sie uns Noahs Arche gebaut…'"


Kripalu, Frankreich

"Amma sagt ständig: 'Meine Kinder, ihr müsst wie Vögel auf einem trockenen Ast sein. Seid glücklich, genießt das Leben, doch vergesst nie, dass der Ast in jedem Moment abbrechen kann.' Als ich die Flutwelle sah, konnte ich die tiefere Botschaft hinter dieser Aussage erkennen."


Ramya Fennell, England

"Als wir evakuiert wurden, hörte ich immer wieder Ammas Worte: 'Seid wie ein Vogel auf einem Ast, der in jedem Moment abbrechen kann.' Innerhalb einer Sekunde hatte sich das Leben geändert. Alles lag in Gottes Händen."


Manueal Ceresola, Italien

"Als die Flut kam, saß ich neben Amma und fühlte keine Gefahr. Wir wurden darum gebeten, zum Dach des Tempels zu gehen. Von dort aus konnte ich sehen, wie Amma, die Swamis und die Brahmacharis hart arbeiteten, um alle Menschen in Sicherheit zu bringen und alles zu organisieren. Wir wurden rasch in Sicherheit gebracht und bekamen ein sehr gutes Essen. In den folgenden Tagen wurden wir gut versorgt und es fehlte uns an nichts. Als wir schließlich wieder in den Ashram zurückkehren konnten, war dort schon wieder alles aufgeräumt. In allem, was Amma zu organisieren hatte, fand sie dennoch die Zeit, um zu jeder einzelnen der trauernden Familien zu gehen, sie zu trösten und ihr Leid mit ihnen zu teilen. Sie wurden von Amma sowohl materiell als auch emotional unterstützt."


Millen, USA

"Ich bin Amma dankbar für die Erfahrung, dass das innere Gefühl von Glück immer bestehen bleiben kann, selbst angesichts von Katastrophen. Ich hatte noch nie in meinem Leben einen größeren inneren Frieden als jetzt. "


Kalavati Yates, Kanada

"Sechs Tage nach der Flut wurde ich beim Darshan von dem Schmerz und den Verlusterfahrungen der Dorfleute schwer getroffen. Vor mir war ein Mann aus dem Dorf, der Amma davon berichtete, was er alles verloren hatte. Ich war zu Tränen gerührt und versank immer tiefer in große Trauer. 10 Minuten später weinte ich schluchzend und als ich dran war, sank ich wimmernd in Ammas Arme. Später, als wir die Backwaters überquerten, vermisste ich die Fischer, die sonst immer damit beschäftigt waren, auf das Meer hinaus zu fahren. Es wurden auch keine Netze gespannt, um Fische zu fangen."

„Nun arbeite ich so hart, wie ich kann, schaufele den Schlamm in Eimer, hebe Müll auf und wasche ihn ab und tue einfach alles, was ich kann. Abends falle ich dann erschöpft in mein Bett. Ich bin dankbar dafür, mich nützlich machen zu können."


Christiane Gude, Deutschland

"Ich stand mit Amma auf dem Tempelbalkon und war überrascht. zu sehen, wie schnell der Ashram sich mit Wasser füllte. Ich arbeite professioniell mit Fotos und hatte die Gelegenheit einige Aufnahmen zu machen. Als ich Amma beobachtete, wie Sie Anweisungen gab, und gleichzeitig das Wasser steigen sah, dachte ich: "Was nützt es Fotos zu machen, wenn meine Kamera auch bald vom Meer weggeschwemmt wird?" Ich hatte keine Angst. Ich war eher fasziniert von der Erfahrung, dass mir nichts gehört. Und wenn ich jetzt endlich einmal die Gelegenheit haben sollte, mit Amma zu schwimmen, sei es so. Jai Ma!"


Sivani Banchio, Italien

"Als der Wasserspiegel stieg, und Amma, die selbst im Wasser stand, alle aufforderte, in die höheren Stockwerke zu gehen, dachte ich, wie schade es war, dass meine Mutter diesen Zeitpunkt gewählt hatte, um aus dem weit entferneten Italien hierher zu reisen, um mich zu besuchen. Ich hatte gehofft, dass sie eine schöne, leichte Zeit haben würde, aber die Dinge entwickelten sich anders...

Aber mir wurde bald klar, dass meine Mutter ganz im Gegenteil einen kostbaren Segen erhielt - Sie nahm am Gemüseschneiden rund um die Uhr in den Notlager teil; sie sah, wie Ashramboote ständig an- und ablegten, um das Essen für etwa 10.000 Evakuierte zu transportieren; sie erlebte, wie die Dorfbewohner beherbergt wurden und Kleidung und Trost erhielten. Das tiefste Erlebnis war aber, sich als Teil einer größeren Familie zu fühlen, einer Familie, die nicht durch Kultur, Religion oder Hautfarbe begrenzt ist und in der jedes Familienmitglied das geliebte Kind der einen Mutter ist.

Und heute denke ich, wie traurig es ist, dass meine Mutter nach Italien zurückkehren mußte, bevor Amma ihr Versprechen gab, 23,3 Millionen Dollar für den Wiederaufbau in Südindien bereitzustellen, um Notunterkünfte zu bauen, Land zur Verfügung zu stellen, verlorene Haushaltsgegenstände wiederzubeschaffen und die Zukunft der Waisenkinder zu sichern... Für uns, die wir das ganze Jahr über mit Amma zusammenleben, ist diese eine Gelegenheit, uns bewußt zu werden, wie wenig wir Amma kennen, wie wenig wir von Ihrem unbegrenzten Mitgefühl verstehen, wie völlig unmöglich es ist, die Tiefe Ihres großen Herzens zu ermessen, das vor Liebe zu allen Wesen in dieser weiten Welt dahinschmilzt.

Ich bitte nur um eines, dass wir alle innerlich wachsen und so werden mögen, wie Amma es gerne hätte, nämlich selbstlos, engagiert und rein - einfach ein klein bißchen so wie Sie."


Akshay, Deutschland

"Ich war in der Küche, als die Flutwelle kam. Der Wasserspiegel stieg sehr schnell. Wir hatten keine Zeit, Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Bald schwammen 150 kg gekochter Reis im dunkelbraunen Wasser. Ein großer Topf mit Reis fing sogar an auf dem Wasser zu schwimmen, wie ein Schiff!

Sobald die Leute alle auf die andere Seite der Backwaters evakuiert worden waren, sagte Amma, dass wir Essen hinüberschicken sollten. Wir luden alles gekochte Essen und das Gemüse in Handkarren. Es war ziemlich schwer, sie durch den Schlamm zum Bootsablegeplatz zu ziehen, aber es gab sehr viele freiwillige Helfer. Wir hatten Glück, denn es gab bereits genug gekochtes Essen für alle Devotees, Ashrambewohner und die erste Welle von evakuierten Dorfbewohnern, weil Amma Devi Bhava geben wollte und der Ashram viele Besucher erwartete.

Es war schwierig, die riesigen Töpfe auf die Boote zu laden. Wir nahmen mehr als 100 Töpfe und 5.000 Teller mit. Für das Abendessen wurd Kunji (eine dünne Reissuppe) vorbereitet, denn die Küche war erst ab 1 Uhr morgens voll funktionsfähig. Es war gerade früh genug, um Uppama und Curry für das Frühstück der evakuierten Dorfbewohner zu kochen. Ab da ging es einfach immer so weiter - wir kochten drei Mahlzeiten am Tag und arbeiteten rund um die Uhr. Schließlich richteten wir eine paar Arbeitsschichten ein, damit wir uns zwischendurch etwa ausruhen konnten.


Prana Morton, USA

"Ich hatte den Segen, neben Amma im Tempel zu sitzen, als das Wasser kam. Alle Anwesenden rückten spontan näher zu Ihr hin. Niemals zuvor hatte ich erlebt, dass Sie uns alle so nahe zu sich hinzog. Ich habe durch Ihre unerschütterliche Stärke wieder Mut gefaßt."


Harsha Makhijani, Mumbai (Bombay)

"Amma sagt uns immer wieder, dass auch der nächste Augenblick nicht in unseren Händen liegt, aber bis zum 26. Dezember hatte ich nie ein Nahtoderlebnis. Als das Wasser vom Meer herbeiströmte und den gesamten Ashram überflutete, erfuhren wir die Gnade, vom Guru beschützt zu werden. Nicht eine Person wurde verletzt."


Kevala Imanishi, Japan

"Als der Tsunami den Ashram erreichte, hörte ich laute und merkwürdige Geräusche. Ich hörte auch Schreie und stürzte aus meinem Zimmer. Dann sah ich plötzlich die Welle, die vom Arabischen Meer herüberströmte und den Ashramboden bedeckte. Es passierte so plötzlich und ich dachte, "Gegenüber den Naturgewalten sind wir so hilflos."

Danach fanden wir Schutz in Ammas Hochschule in der Nähe des Ashrams. Ich empfand, dass wir eigentlich alle in Amma Zuflucht nahmen. Wir haben alle durch Ammas Gnade überlebt. Es gibt nichts Ewiges außer Gott - deshalb sollten wir bei ihm Zuflucht suchen."

 
     

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