Flutkatastrophe Tsunami in Indien Karitative Projekte Rubrikpfeil Tsunami Rubrikpfeil Bericht von Br. Dhyanamrita

Eine Zeit der Tragödie, eine Zeit der Gnade (Fortsetzung)

Amma überquert die Backwaters

Schließlich wurde Amma klar, dass einige ihrer Schüler den Ashram nicht verlassen würden, so lange Amma sich noch dort befand. Die Ashramiten liebten Amma mehr als ihr eigenes Leben. Sie konnten sie in dieser Situation nicht verlassen. Amma wusste dies. Doch sie wusste auch, dass deren Familien kein Verständnis dafür hätten, wenn ihnen etwas passieren würde. Dies könnte sogar dem Ansehen des Sanatana Dharma schaden. Schließlich beschloss Amma nach Mitternacht, selbst überzusetzen, gemeinsam mit den etwa 20 Menschen, die noch dort geblieben waren.

Auf der anderen Uferseite koordinierte sie weiterhin die Nothilfemaßnahmen. Sie rief Shaaji an, einen Offizier der örtlichen Feuerwehr, und erkundigte sich, ob alle Menschen in den von der Regierung eingerichteten Hilfscamps mit Essen versorgt waren. Als Sie hörte, dass es nicht genug zu Essen gab, wies sie den für die Küche verantwortlichen Brahmachari an, mit dem Kochen zu beginnen. Sämtliche 75-kg Reissäcke, die nicht vom Meerwasser aufgeweicht worden waren, waren zum Kochen und zum Verteilen in den Notaufnahmezelten mit herüber gebracht worden. Einige Evakuierte in den Notaufnahmelagern sagten, dass sie in der ersten Nacht keine Nahrung brauchten, da andere Organisationen sie damit versorgt hätten, dass sie jedoch am nächsten Morgen ein Frühstück bräuchten. Deshalb ordnete Amma an, man solle damit beginnen, für den nächsten Morgen Uppama zu kochen. Bald schon bereitete die Küche täglich 1700 bis 2000 kg Reis zu und 1000 kg Uppama. Außerdem gaben wir täglich 1500 Liter Milch aus. Amma bestimmte außerdem, dass niemand von außerhalb des Ashrams in die Küche dürfe, da sie Sorge hatte, es könne jemand die Nahrung absichtlich vergiften wollen, damit alle krank würden.

Amma suchte fünf Brahmacharis aus, die sich um die 12 Auffanglager der Regierung kümmern sollten. Sie stellte Gruppen von Devotees zusammen, die diese begleiten sollten. Sie wollte sicherstellen, dass die Auffanglager ausreichend versorgt waren und war gleichzeitig darum bemüht, kein einziges Reiskorn zu verschwenden.

Amma forderte sieben Rettungsfahrzeuge vom AIMS-Krankenhaus an, dazu medizinische Teams aus Sanitätern und Krankenschwestern unter der Leitung von 10 Ärzten. Diese sollten mit der medizinischen Versorgung der Evakuierten beginnen. Innerhalb der ersten 48 Stunden hatten die Ärzte Medikamente im Wert von 400.000 Rupien verteilt und mehr als 1700 Patienten behandelt. Sie machten ihre Runden, so dass jedes Lager alle zwei Stunden besucht wurde. Einige Evakuierte waren Herzpatienten oder hatten Bluthochdruck oder Diabetes. Ihre Medikamente waren in den Fluten untergegangen. Eine Evakuierte namens Shantakumari hatte sogar Blut erbrochen, da sie ihre Medizin nicht hatte einnehmen können.

Einige freiwillige Helfer, wie zum Beispiel Vivek aus Japan, lernten sogar einige Sätze Malayalam, um besser Hilfe bei den Notmaßnahmen leisten zu können. “Asukham undo?”, “Geht es dir schlecht?”, fragte er die Menschen, wenn er sich mit den Ärzten des Ashrams an den Ambulanzarbeiten beteiligte. Er brachte dann diejenigen, die ja sagten, zu den Ärzten. Obwohl die meisten Anhänger Ammas, die nicht aus Kerala stammen, kein Malayalam sprechen, überwanden sie dennoch diese Sprachbarriere und kommunizierten auf der Ebene der Liebe und des Mitgefühls, wie Amma es sie stets lehrt.

Etwa 13 000 Menschen wurden im Amrita University Engineering College und im Amrita Ayurveda College untergebracht — einschließlich Ashramiten, Besucher und Dorfbewohner. Sie teilten sich alle das Dach, das Essen und sonstigen Einrichtungen. Die meisten Besucher fuhren am nächsten Tag wieder nach Hause.

Da die Regierung alle Schulen belegt hatte, wurden Menschen zum Tempel von Ochira geschickt. Dort gab es jedoch nicht das Notwendigste. Die Menschen lagen auf dem nackten Boden. Amma schickte sechs Busse, um die Menschen nach Amrita Vidyalayam in Puthiyakavu zu bringen, doch diese lehnten es ab und wollten lieber an einem so heiligen Platz wie dem Tempel dort bleiben.

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