| | | |
Ammas Neujahrsrede 2005
Neujahrsabend in Amritapuri
Es ist wirklich bedauerlich, Kinder. Das neue Jahr begrüßen wir mit Gefühlen von Trauer und Kummer. In diesem Moment, in dem der erste neue Tag des kommenden Jahres erwacht, sind wir nicht dazu in der Lage, uns wirklich zu freuen. Es gibt auch keinen Grund zur Freude. Es ist der Moment, die Liebe und das Mitgefühl in uns zu erwecken. Es ist in der Tat der richtige Zeitpunkt, von ganzem Herzen zu beten und wirklich aktiv zu werden.
Wir können die Verstorbenen nicht wieder lebendig machen. Auch wenn wir unserer Pflicht des Trostspendens der Überlebenden nachkommen. In diesem Moment des tiefen Schmerzes, sollten wir jenen helfen, die voller Kummer sind und so die Lampe von Freundlichkeit und Mitgefühl anzünden. Dies ist in der Tat in diesem Moment unsere Pflicht und Verantwortung. Wir beschweren uns immer über all die Verluste im Leben. Wir sollten aber nie vergessen, dass wir den großen Schatz des Lebens vor uns haben. Deshalb sollten wir über die großen Errungenschaften nachdenken, die im Lebens erreichbar sind. Inmitten des Schmerzes ist das Einzige, das uns wieder mit neuem Leben erfüllt, optimistischer Glaube. Wir sollten niemals unseren Glauben verlieren.
Das neue Jahr erinnert uns daran, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Es ist ein Moment sich der Kostbarkeit von Zeit bewusst zu werden. Wie ein Schatten, ist der Tod immer bei uns. Wir müssen uns klar darüber sein, das wir dieses gemietete Haus, den Körper, jeden Augenblick verlassen müssen. Doch bevor der Tod uns überwältigt, müssen wir große Dinge vollbringen. Dies ist die Zeit, nach innen zu schauen und unser Leben neu zu überdenken, indem wir über die Vergangenheit nachdenken. Es ist auch die Zeit, weiter zu gehen, indem wir die richtigen Dinge tun.
Warum haben wir uns auf diese Reise des Lebens begeben? Was ist das Ziel dieser Reise? Befinden wir uns auf dem richtigen Weg? Oder haben wir den falschen Weg gewählt? Dies ist die Zeit der Innenschau und des Findens von Antworten auf diese Fragen.
So wie ein Geschäftsmann Buch über seine Gewinne und Verluste führt, müssen wir auch Buch führen über unsere Gewinne und Verluste, die sich im Leben ansammeln. Wieviel Fortschritt haben wir im letzten Jahr auf unserem spirituellen Weg gemacht? Wieviel Zeit haben wir unnötigerweise verloren? Haben wir uns auch wirklich genügend angestrengt, die vasanas (negativen Eigenschaften) zu überwinden? Waren wir in der Lage, uns mit den Eigenschaften der Liebe, des Mitgefühls und der Leidenschaftslosigkeit zu füllen. Wenigstens in diesem Jahr sollten wir in jedem Moment gänzlich auf das Ziel fokussiert sein. Lasst uns ein Versprechen ablegen, dass wir ganz bestimmt versuchen, in diesem Sinne zu wachsen.
Wir sollten uns nicht entmutigen lassen, wenn wir die Hindernisse erkennen, die sich auf unserem Weg befinden. Meine Kinder, ihr solltet vor der Dunkelheit, die ihr da draußen seht, keine Angst haben. Ihr habt ein Licht bei euch. Das Licht des Glaubens. Zündet es an! Dann, bei jedem Schritt den ihr unternehmt, wird euch dieses göttliche Licht führen. Jedes Versagen ist eine Lektion, die wir zu lernen haben. Die Lektion ist, dass wir nicht depressiv oder frustriert sein sollten, sondern hingegen Stärke gewinnen und auch, uns mehr anzustrengen.
Denkt immer daran, dass, wenn die Dunkelheit anbricht, diese immer das Kind der Morgendämmerung in sich trägt.
Es bleibt nicht lange dunkel. Wenn es an der Zeit ist, bricht die Morgendämmerung herein. Wir sollten niemals vergessen, dass wir auf dieser Reise nicht alleine sind.
Gott ist immer bei uns. Wir sollen es erlauben, dass Gott unsere Hand hält. Wenn wir Hingabe haben, dann werden wir ganz sicher dazu in der Lage sein, Gnade und Erfolg zu erfahren.
| |