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Schule für Hör- und Sprachbehinderte Kinder (ASHIS) in Thrissur
Überall in Indien treffen sich die Schulkinder zur morgendlichen Versammlung. In Ammas Schulen singen sie Bhajans, rezitieren Mantren und singen die Nationalhymne.
Die Kinder in der Schule für Hör- und Sprachbehinderte tun dasselbe, allerdings sind die Laute, die sie machen, schwer wiederzuerkennen, und ihre Übungen werden durch die unförmigen, altmodischen Hörgeräte, die sie tragen, beeinträchtigt. Nach der Versammlung stoßen sie sich kameradschaftlich und gestikulieren miteinander in der Zeichensprache.
Die durchschnittliche Klassenstärke beträgt sechs bis acht Schüler. Diese geringe Anzahl ist dadurch bedingt, dass oft Wiederholungen des Gelehrten nötig sind und einzelne Kinder besondere Aufmerksamkeit beanspruchen. Zu Beginn des Unterrichts prüft der Lehrer, ob die Batterien der Hörgeräte geladen sind, danach kann die Arbeit beginnen.
Die jüngsten Schüler beginnen mit der "Hello"-Übung. Sie sagen "hello" zueinander und schütteln sich dabei die Hand.
Die älteren Schüler folgen dem selben Lehrplan, wie er auch in Ammas Vidyalayams üblich ist, allerdings wird momentan an der Entwicklung eines speziell auf die Bedürfnisse dieser Kinder abgestimmten Lehrplans gearbeitet.
Der M.A. Math hat die Schule vor einigen Jahren übernommen. Kurz darauf wurden zwei speziell ausgebildete Lehrer für die Kindergartenkinder eingestellt. Die anderen Lehrer haben in ihren Sommerferien an Spezialkursen teilgenommen. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg für die Schule, bis man allen Anforderungen an eine qualifizierte Ausbildung der Kinder gerecht werden kann. Besonders an der speziellen Ausrüstung mangelt es noch.
Die Mütter der Kinder müssen mit ihnen in die Schule kommen, da die kleinen Kinder aufgrund ihres Hörverlusts nicht alleine in den öffentlichen Verkehrsmittel zurecht kommen. Viele von ihnen müssen insgesamt allein 3 Stunden am Tag für die Fahrt zwischen der Schule und ihrem Zuhause aufwenden.
Die Mütter warten während der gesamten Schulzeit in der Schule. Obwohl dort fast gar kein Platz für sie ist, versuchen sie, so gut wie möglich zurecht zu kommen. Sie sind gerne bereit, diese Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, um ihren Kinder eine Chance im späteren Leben zu ermöglichen.
Die Eltern opfern alles, was sie haben, um für die Schulgebühren, die Gebühren für die Busfahrten sowie die Arztbesuche und die spezielle Ausrüstung für ihre Kinder bezahlen zu können. Da sie aus bescheidenen Verhältnissen stammen, müssen sie meist ihre gesamten Ersparnisse dafür verwenden. Sie hoffen auf eine gute Zukunft für ihre Kinder, doch in einem Land mit solch eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten sind die Aussichten für ihre Kinder nicht sehr gut.
Für die Schüler ab 16 werden demnächst auch noch zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten erforderlich. Diese Kinder sind an verschiedenen Berufen interessiert, angefangen vom Lastwagenfahrer bis zum Computeringenieur.
Am 17. Oktober 1998 kamen zwei Busladungen mit den Kindern, ihren Eltern und der Lehrerschaft nach Amritapuri, um Amma zum ersten Mal zu begegnen. Für viele war es auch das erste Mal, dass sie über die Stadtgrenze von Thrissur hinausgekommen waren. Während des Morgens gab Amma ihnen allen einen wundervollen Darshan, fragte sie nach ihren Namen und ließ einige von ihnen "Amma" sagen. Sie lud sie ebenfalls zu den abendlichen Bhajans ein, und war sehr erfreut, sie dann in der ersten Reihe im Tempel sitzen zu sehen. Viele der Mütter brachen beim Eintreten Ammas in Tränen aus.
Nach den Bhajans nahm Amma die Kinder mit auf ihr Zimmer, wo sie ihnen beibrachte, "Om Namaha Shivaya" zu singen und das Mantra "Lokaha samastaha sukhino bhavantu" (Gebet, dass alle Menschen glücklich sein mögen) zu rezitieren. Sie sprach auch mit den Eltern über ihre Hoffnungen und Sorgen. Obwohl die meisten der Eltern Christen sind, waren sie sehr beeindruckt von Amma und sehr glücklich über ihren Besuch.
Die Kinder, die für gewöhnlich einen eher traurigen Gesichtsausdruck zeigen, waren in der Nähe Ammas stets fröhlich. Endlich hatten sie jemanden gefunden, der klar und deutlich ihre Herzen und ihre Sprache der Stille verstehen konnte.
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