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Amrita Vidyalayam
Vidyalayam bedeutet Schule auf Sanskrit. Die Amrita Vidyalayams wurden seit Ende der 80er Jahre aufgebaut, als Ammas Mission begann, sich auszubreiten. Sie sind oft mit Zweigashrams assoziiert, oder sie befinden sich in der Nähe einer größeren Devotee-Gemeinschaft. 1994 gab es 11 Vidyalayams, im Schuhljahr 1998/99 gibt es inzwischen 29 Schulen mit über 8000 Schülern.
Das ehemals traditionelle Schulsystem in Indien wurde Gurukula genannt, was soviel wie "Aufenthaltsort des Gurus" bedeutet. Ein Junge verließ seine Eltern im Alter von acht Jahren, um mit dem Guru zusammenzuleben und von ihm materielles und spirituelles Wissen zu erlernen. Ein Hauch dieses Systems läßt sich auch in allen Schulen Ammas finden, da ihre Präsenz überall auf verschiedene Weise erspürt werden kann.
Die erste Schule wurde 1987 in Kodungallur errichtet (siehe Bild). Sie ist das einzige Internat, das alle Klassen von der ersten bis zur 12. umfaßt. Sie ist ein lebendes Beispiel für die alte Gurukula-Tradition, da die Schüler mit Amma in engem Kontakt stehen und ihren Lehren folgen. Man findet dort 11 Brahmacharinis, von denen einige auch unterrichten, zudem werden die Kinder oft von Ammas Swamis besucht. Die 60 Schüler leben nach der Ashram-Routine, welche u.a. das morgendliche Archana (Rezitation der Namen Gottes) und die abendlichen Bhajans (devotionelle Gesänge) beinhaltet.
Das Netzwerk dieser Schulen dehnt sich über ganz Indien aus, außerhalb Keralas befinden sich weitere Schulen in Puna, Tirippur, Chennai, Mysore, Madurai und Delhi.
Kindergärten sind in der Regel der Anfang einer neuen Schule; man versucht, jedes Jahr eine neue Klasse hinzuzufügen, so dass die Schule allmählich wächst. Größere Schulen, wie in Kodungallur und Palakkad, erhalten in der Regel Computerräume, naturwissenschaftl. Labors und Bibliotheken, sobald sie eine Stärke von 6 Klassen erreichen. Sie sind Modellschulen für die anderen, die noch nicht so viele Klassen haben. Die Schulmöbel werden von Ashramwerkstätten hergestellt.
Die Schulen folgen dem Standardlehrplan. Die Unterrichtssprache ist Englisch, zusätzlich wählen die Kinder zwei weitere Sprachen (Hindi, Malayalam oder Sanskrit). Amma wünscht, dass die Kinder das beste sowohl der indischen als auch der westlichen Tradition erhalten sollen. Swami Amritaswarupananda, der erste von Amma initiierte Mönch, steht einem Team vor, welches mit allen Schulen zusammenarbeitet. Für die Zukunft ist eine Erweiterung des Lehrplans geplant; Kunst, Musik und Sport wird ebenfalls viel Bedeutung beigemessen.
1996 wurde von amerikanischen Devotees ein Schulpatenschaftsprogramm ins Leben gerufen, welches die Vidyalayams mit Lehrbüchern, Spielsachen, Kreide, Wachsmalfarben und ähnlichen Dingen versorgt. So konnten 1998 über 200 Kisten mit Büchern nach Indien verschifft werden; nach Indien reisende Devotees bringen zusätzlich kofferweise Spielsachen und andere Utensilien für die Spielzimmer mit. Sie richten sich dabei nach Wunschlisten, die von den einzelnen Schulen zusammengestellt werden. Inzwischen beteiligen sich auch Devotees aus Europa, Australien und Japan an dem Patenschaftsprogramm.
Die Lehrerschaft besteht zumeist aus Frauen aus der jeweiligen Region, die manchmal, aber nicht immer, auch Anhänger von Amma sind. Trotzdem versuchen alle, sich an Ammas Lehren zu halten und dem täglichen Unterricht auch eine spirituelle Dimension zu geben.
Die Kinder beginnen ihren Tag gemeinsam mit der Rezitation von Mantren, Gebeten, dem Nationaleid sowie der Nationalhymne. Auch Bhajans werden gesungen. Überall kann man Photos von Amma finden; in manchen Schulen wird das gesamte 15. Kapitel der Bhagavad Gita auswendig vor den Mahlzeiten rezitiert, so wie es auch in Ammas Ashrams üblich ist.
Die Schüler werden ermutigt, eine verantwortungsbewußte Haltung gegenüber sich selbst, der Schule sowie der Gesellschaft, zu entwickeln. Schon vom jungen Alter an werden sie im Geist des Dienens an der Menschheit erzogen. Initiative und Eigenverantwortlichkeit werden honoriert. Sie werden in der traditionellen indischen Kultur erzogen, es wird aber von ihnen erwartet, dass sie auch über andere Kulturen Bescheid wissen.
weiter (Amrita Vidyalayam in Palakkad)
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