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"Unsere wirkliche Mutter"

Amma mit Kindern

Auszug aus einem Artikel von Swami Jnanamritananda

Swami Jnanamritananda ist der Verantwortliche für die GreenFriends Aktivitäten und einer von Ammas Mönchen und schon sehr lange bei ihr.. Er inspiriert alle dazu, der Mutter Natur mit Liebe und Hingabe zu dienen.

“Ein Kind, welches von seiner Mutter getrennt wird, ist voller Traurigkeit und leidet unter der Trennung. Ähnliches geht es den Menschen, die sich von ihrer wirklichen Mutter getrennt fühlen. All die Dinge, denen wir auf unserem Weg begegnen, verschaffen uns nur für kurze Zeit Befriedigung. Nur unsere Mutter erfüllt uns wirklich mit Zufriedenheit. Aber wenn wir einmal verstanden haben, dass unsere wirkliche Mutter die Mutter Natur ist, dann werden wir sie nie mehr vermissen, egal wo wir uns gerade befinden. Unsere biologische Mutter wird eines Tages sterben, aber nicht Mutter Natur. Sie nimmt alle Formen dieses Universums an. Sie ist überall.

Nach einiger Zeit müssen wir alle diesen Körper verlassen. Doch selbst dann bleiben wir mit der Mutter Natur vereint. Wir waren eins mit ihr vor unserer Inkarnation in diesem Körper und wir bleiben ein Teil von ihr nach unserem Tod. Es existiert keine Trennung – wir sind immer eins. Eines Tages machen wir alle die Erfahrung dieser tiefen Wahrheit.

Wenn uns bewusst wird, dass die Mutter Natur unsere wahre Mutter ist, gelangen wir zu dem Verständnis, dass alle Pflanzen und Tiere unsere Brüder und Schwestern sind. Wenn wir diese Wirklichkeit erkennen, fangen wir automatisch an, Liebe für sie zu empfinden, sie zu schützen und auf ihr Wohlbefinden zu achten.

Im Moment können wir nur einen Ausschnitt des Gemäldes sehen. Unser Blickwinkel ist begrenzt. Aus einiger Entfernung können wir jedoch das gesamte Bild sehen. Dies weckt in uns die Bereitschaft, unsere Selbstsucht hinter uns zu lassen. Hier und jetzt schaffen wir es oft nicht, unseren Blickwinkel zu erweitern, unsere Selbstsucht steckt uns die Grenzen. Wenn wir letztendlich das gesamte Bild vor Augen haben, erkennen wir, dass die Mutter Natur alles ist: Menschen, Tiere, Pflanzen, Vögel, einfach alles.

Amma rät uns, Zeit in der Natur zu verbringen, damit wir unsere Herzen für sie öffnen und so die nötige Aufmerksamkeit ihr gegenüber entwickeln. Dies ist die wahre Spiritualität des Hier und Jetzt . Das Sanatana Dharma (die ewige Religion, allgemein als Hinduismus bekannt) lehrt uns, dass Gott allein alles ist. Gott durchdringt alles – die Pflanzen, die Tiere, alles, es gibt nur Gott.

Amma sagt, dass wir täglich unsere Pflanzen gießen und Setzlinge pflanzen sollten. Solche Aktivitäten helfen uns dabei, unser Gemüt zu reinigen und dabei können wir all unsere Sorgen vergessen. Eine der Methoden, unser Gemüt zu reinigen, besteht darin, Zeit in der Natur zu verbringen.

Amma sagt, wenn wir traurig sind, können wir zum Strand oder in einen Garten gehen und so unsere Traurigkeit vergessen und Frieden in uns fühlen. Wenn wir eine Straße entlang gehen, fühlen wir uns nur noch angespannter, aber in einem Garten spazieren zu gehen oder am Strand entlang zu wandern ist einer der einfachsten Wege, sich zu entspannen. Wir können auch einfach in den Himmel schauen und versuchen, Frieden zu empfinden.

Wenn wir die Pflanzen betrachten, wenn wir mit offenem Herzen in die Augen der Tiere schauen, sehen wir automatisch ihre Unschuld. Dies hilft uns dabei, unsere Herzen zu öffnen. Die Unschuld in ihren Augen berührt unseren Geist. Wir können dann wie in einem Spiegel unser eigenes Gesicht, unsere wahre Natur erkennen.

Wenn wir neu geborene Babys sind, sprechen wir mit der Mutter Natur. Wir sind im Einklang mit ihr. Wie die Natur sind wir dazu bereit, den anderen alles zu geben. So sind wir eins mit ihr. Aber dann trennen uns die Gesellschaft oder selbst unsere Eltern von diesen Wurzeln. Man lehrt uns, nichts mit anderen zu teilen. Alles, was uns gehört, sei nur für uns bestimmt und nicht für irgendjemand anderen.

Wenn wir einen jungen Banyanbaum in einem Topf pflanzen, wird er nicht sehr groß werden. Aber wenn wir ihn draußen pflanzen, werden sich seine Wurzeln über ein weites Gelände ausbreiten. Der Baum wird Hunderten von Menschen Schatten spenden. Vögel und andere Tiere finden Futter in seinem Schatten. Aber ein Baum in einem Blumentopf kann nicht einmal einer Mücke Schatten spenden. Dies tun wir unseren Kindern an, wenn wir sie von der Natur trennen, und wir können sicher sein, dass sie der Gesellschaft nichts geben können. Wenn wir aber unsere Kinder natürlich aufwachsen lassen und sie sich entfalten können, werden sie alle Menschen und Dinge lieben. Wenn wir denken, dass wir allein sind, können wir unsere Liebe und unsere Gefühle nicht mit den anderen teilen. Aber wenn wir mit der Einstellung leben, dass es nur eine Mutter gibt, die Mutter Natur, und dass wir alle ihre Kinder sind, helfen wir uns automatisch gegenseitig, wenn es notwendig ist. Wir nehmen von der Natur nur, was wir wirklich brauchen. Und wir fügen der Mutter Natur niemals Leid zu – kann denn ein Kind seiner Mutter jemals Leid zufügen?