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Spirituelles Bewusstsein und Umweltbewusstsein sind eins -
Spirituelle Praktiken schaffen Harmonie in der Natur

"Die Natur sagt ‚Stop' zu selbstsüchtigen Menschen. Sie reagiert und dies stellt eine große Bedrohung für die Menschheit dar. Selbst die vereinten Kräfte von menschlicher Intelligenz und moderner Wissenschaft mit all ihren Waffen können die Abläufe in der Natur nicht verhindern. Nur wenn wir uns selbst ändern, ist eine Rettung möglich. Meditation, Gebet, Singen und andere spirituelle Praktiken sind die einzige Rettung. Dies ist keine Bestrafung, sondern Gottes Methode, uns zum Nachdenken anzuregen, unser Urteilsvermögen zu entwickeln und zu handeln. Wenn wir uns nicht ändern, gleichen wir jemandem, der auf dem Rücken liegend ausspucken will; das Ausgespuckte fällt auf unseren Körper zurück. Wir pflastern den Weg unserer eigenen Zerstörung, wenn wir uns nicht ändern." - Amma

Aus Indiens heiligen Schriften aus dem Altertum

"Die Schönheit der Natur ist Gottes Kunstwerk. Lasst uns in allem Schönen die Berührung der unsichtbaren Hände Gottes fühlen. Bei der ersten Berührung seiner Hand erwachen die Flüsse mit dem Geplätscher ihrer Wellen zum Leben. Wenn er lächelt, scheint die Sonne, der Mond schimmert, die Sterne blinken und die Blumen erblühen.

Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne erwecken das Universum; Tropfen aus glänzendem Gold schimmern auf den lächelnden Rosenknospen; die Luft ist von einem angenehmen Duft und den süßen Melodien der singenden Vögel erfüllt – die Morgendämmerung ist ein Traum der schöpferischen Fantasie Gottes."
- Rig Veda 1.6.3

Morgendämmerung"Die wahre Morgendämmerung"

v. J.

Der Guru und sein Anhänger näherten sich dem Haupteingang des Ashrams auf dem Wanderpfad, der durch eine dichte Waldung mit hohen Bäumen führt.

Die Anhänger folgten den Fußstapfen ihres Gurus. Mit reinem Geist, den sie durch ununterbrochenes Singen von Mantras geläutert hatten, widmeten sie jedem ihrer Schritte höchste Aufmerksamkeit. In einiger Entfernung erschien der Weg weniger schwierig. Auf seiner rechten Seite erhoben sich Berge, deren Gipfel in den Himmel ragten. Die Nebelschwaden waren noch nicht verdunstet.

Nach einer kurzen Meditation zur Huldigung der Schönheit der Natur stellte der Guru seinen Anhängern eine Frage: "Kinder, wann können wir sagen, dass die Stunde der Morgendämmerung gekommen ist?" Der am nächsten bei seinem Guru stehende Anhänger überlegte nicht lange. "Oh Guru, wir können sagen, dass die Morgendämmerung da ist, da wir den Gesang der Vögel hören können. Diese Töne preisen den Sonnenaufgang." Der Guru war nicht zufrieden mit dieser Antwort. Er ging weiter und schaute erwartungsvoll einen anderen Anhänger an.

Der Anhänger deutete auf die Silhouette der Berge auf der rechten Seite und sagte, " Oh Guru, siehst Du diesen Baum auf dem Berggipfel, den man wegen des Nebels noch nicht klar erkennen kann? Wenn ein Tier am Fuß dieses Baums vorbei geht, und wir können erkennen, dass es ein Hirsch ist, und kein Tiger, dann können wir mit Sicherheit sagen, dass die Morgendämmerung da ist."

Am Gesichtsausdruck des Gurus konnte man merken, dass dies ebenfalls nicht die richtige Antwort war. Ein Anhänger, der die geistige Einstellung des Gurus kannte, überlegte ernsthaft und gab seine Antwort: "Oh Guru, wenn die Sonnenstrahlen durch einen Baldachin von Blättern schimmern, können wir sagen, dass die Sonne aufgegangen ist."

Da man die Morgendämmerung im allgemeinen als Sonnenaufgang betrachtete, dachte der Anhänger, dass er die Frage richtig beantwortet hatte.

Aber auf dem Gesicht des Gurus konnte man die Enttäuschung über diese Antwort lesen. Er blieb stehen, drehte sich um und betrachtete die Gesichter seiner Anhänger. Nach einer Stille von einer Minute meinte der Guru: "Wenn ihr dazu fähig seid, in jedem Mann euren Bruder zu sehen, und in jeder Frau eure Schwester, dann, und nur dann könnt ihr sagen, dass euer Leben vor der Morgendämmerung steht." Nachdem sie über die mystische Bedeutung der Worte des Gurus nachgedacht hatten, erhoben sich die Anhänger und setzten ihren Weg fort.

Bis zu dem Tag, an dem wir eine andere Person als zu unserer Familie gehörig betrachten können, leben wir in der Dunkelheit. Solch ein Leben ist einem Stolpern in der Dunkelheit ähnlich; man kann es nicht einmal Leben nennen. Unser momentaner Zustand – unsere Erfahrungen – ähnelt folgendem Beispiel: In der Dunkelheit stolpern wir gegen etwas und fallen; wir stehen auf und setzen uns wieder in Bewegung; beim ersten Schritt stoßen wir gegen etwas und fallen noch einmal hin. Unser gegenwärtiges Leben ist eine endlose Wiederholung solcher Zwischenfälle.

Aber wenn die Sonne scheint, können wir klar sehen, was vor uns liegt. Wir können uns vorwärtsbewegen, ohne gegen etwas zu stoßen. So sieht das Leben eines Menschen aus, der jeden als seine Familie betrachtet, da in ihm das Bewusstsein einer Einheit, die alles durchdringt, erwacht ist. Licht erleuchtet den Weg einer solchen Person. Solch ein Mensch verurteilt nichts, da er weiß, dass nichts außerhalb von ihm existiert. Alles gehört zu ihm. Seine wahre Natur ist Geduld. Der Wunsch, anderen selbstlos zu dienen, erfüllt spontan sein Herz, ein helles Licht und einen feinen Duft hinterlassend. Er kann jemanden als Freund ansehen, der gestern noch ein Feind war. Seine Pilgerreise findet im Flutlicht des Wissens statt, nicht im Dunkeln der Unwissenheit. Die Quelle dieses Lichts befindet sich nicht in der äußeren Welt, sondern in uns. Wir sollten nicht draußen in der Welt nach ihr suchen, sondern in uns.

Überlege einen Moment: Wenn wir sagen, dass wir alles als uns selbst betrachten sollten, denken wir wirklich an irgend etwas anderes als an die menschliche Gemeinschaft? Besteht unsere Gemeinschaft wirklich nur aus Menschen? Gehören die Fauna und die Flora nicht zu uns? Sind sie nicht ein Teil unseres Lebens, unserer eigenen Existenz? Gibt es Leben ohne sie? Wir haben eine Kultur, die uns lehrt, die Natur als unsere eigene Mutter zu betrachten. Und wenn wir die Natur als unsere Mutter ansehen, können wir dann behaupten, dass nur die Menschen ihre Kinder sind?

Der Baum im Dschungel, der weit in den Himmel ragt, der zarte Sprössling, der nach dem gestrigen Regen hervorspitzt, der Stoßzahn, der alles auf seinem Weg entwurzelt, und der Wurm, der auf der Erde entlang kriecht – sie sind alle Geschöpfe der Natur. Der Verlust dieses Verständnisses ist der Grund für alle Probleme, mit denen der Mensch konfrontiert wird. Bevor wir diese Weisheit nicht wiederentdecken und offen genug sind, alles in der Natur zu lieben, werden die Probleme der Menschheit niemals ein Ende finden. Wenn die Menschen an Fortschritt denken, betrifft dies in der Regel nur menschliche Belange. Diese Unwissenheit kann nur einen Fortschritt herbeiführen, der nicht nur die Menschheit, sondern des ganzen Universums zerstören kann.

Unser Verständnis muss mit dem Urteilsvermögen einhergehen, dass die Menschen nicht die Einzigen sind, die in diesem Universum leben; dass wir nicht mehr Anrecht auf ein Leben in diesem Universum haben als die Tiere oder Pflanzen. Dies ist die praktische Anwendung von Spiritualität. Wenn wir nicht darauf achten, wird das Leben zur Hölle. Mehr als irgend jemand anderer muss die Jugend mit dieser Weisheit vertraut gemacht werden, da sie morgen in dieser Welt leben wird. Bevor wir an den Fundamenten in unserem Leben arbeiten, müssen wir ein klares Bild von dem Turm haben, den wir errichten wollen.

Wir bezahlen jetzt den bitteren Preis dafür, dass wir unsere Augen vor all diesen Weisheiten verschlossen haben und kein wahres spirituelles Bewusstsein besitzen. Wir haben die Bäume gefällt und sie so zerstört. Im Namen des Fortschritts haben wir viel verbrochen, ohne darauf zu achten, was dies für die Natur bedeutete. Viele Projekte wurden zu den verschiedensten Anlässen durchgeführt. Aber zu welchem Preis? Ohne Ventilator oder Klimaanlage können wir nicht mehr längere Zeit an einem Platz verweilen oder schlafen. Die Hitze in der Atmosphäre nimmt zu. Seinen Durst an einem Fluss oder einer Quelle zu stillen ist heute Vergangenheit. Wir werden immer mehr von Wasser abhängig, das in Flaschen abgefüllt, kontrolliert und dann unter einem Markenzeichen in Läden verkauft wird.

Die Mutter Natur hat einen großen Luft- und Wasservorrat für die Menschheit vorgesehen. Aber im Namen des Fortschritts haben geldgierige Menschen diesen Vorrat verseucht, und in nicht allzu langer Zeit müssen wir vielleicht draußen Schlange stehen, bis wir an der Reihe sind und an einem Sauerstoffautomaten Frischluft tanken dürfen. Unter welchen Bedingungenlebt der moderne Mensch, der sich rühmt, die Natur erobert zu haben? Wer ist für das verseuchte Trinkwasser und die vergiftete Luft verantwortlich? Tiere? Pflanzen? Oder der Gott, der sie erschaffen hat? Gott hat uns alles gegeben, was wir brauchen. Aber in unserer Selbstsucht haben wir die Reserven der Natur erschöpft, und wir zerstören weiterhin die hilflose Flora und Fauna. Warum? Aufgrund unserer selbstsüchtigen, seelenlosen Interessen.

Was nützt uns all der Gewinn, wenn wir nicht mehr da sind, um davon zu profitieren? Wir befinden uns immer noch in der Dunkelheit, eine Dunkelheit, die wir selbst geschaffen haben. Gott verbreitet Licht. Aber wir wollen unsere Augen immer noch nicht öffnen; wir lassen unsere Augen fest verschlossen, um das Licht vor uns nicht zu sehen. Die Menschheit hat sich dazu verurteilt, in der Dunkelheit herum zu stolpern, ohne zu bemerken, dass Licht ihre Augenlider streichelt.

Wir müssen aufwachen und anfangen, zu denken. Wenn wir noch länger damit warten, uns selbst und andere aufzuwecken, pflastern wir den Weg sowohl zur Zerstörung der Menschheit als auch des restlichen Universums. Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, die Mutter-Kind Beziehung zwischen der Natur und der Menschheit wieder herzustellen. Wir müssen mit Entschlossenheit daran arbeiten, unsere Schuld der Mutter Natur, die uns ernährt und mit allem versorgt hat, was wir brauchen, gegenüber abzutragen und ihr dabei helfen, ihre Lebenskraft wieder zu finden. Die Jugend kann die Initiative für eine solche Bewegung ergreifen. Sie hat das Pflichtbewusstsein, den Eifer und den Enthusiasmus sowie den nötigen Idealismus, da es an ihr ist, an der Verwirklichung des schönen Traums von Morgen zu arbeiten. Indem sie sich für eine gesunde Beziehung zwischen Mensch und Natur einsetzt, um so ein reines, gesundes, erneuertes Öko-System zu schaffen, sorgt sie für eine erstrebenswerte Zukunft.