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Amritakutiram-Projekt in Vanchiyoor

Amritakutiram in VanchiyoorAuf einen Schlag wurden 36 Familienmitglieder durch einen Brand, der durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde, obdachlos. Das kleine strohbedeckte Backsteinhaus, das in sieben kleine Wohnungen unterteilt war und ebenso viele Familien beherbergte, ging in Flammen auf. Es ließ die Bewohner nur mit den Kleidern am Leibe zurück. Sie hatten in diesem kleinen Wohngebäude jahrelang gelebt. Die Männer suchten sich Gelegenheitsarbeiten und die Frauen verdienten ein paar Hundert Rupien im Monat durch Putzarbeiten in dieser Wohngegend von Thiruvananthapuram.

Auf den ersten Blick sieht dieses Wohnviertel von Thiruvananthapuram mit schönen Häusern ordentlich und sauber aus. Erst wenn man hinter die Reihen der schönen Villen gelangt, sieht man, wo die Dienstboten, die all die Arbeit in den Villen verrichten, untergebracht sind. Dann sieht man viele Familien, die sich eine einzelne Hütte teilen. Ein Wasserhahn muss für ein Dutzend Häuser reichen.

Nach dem Feuer reiste die Familie voller Kummer nach Amritapuri. Es war um den Zeitpunkt von Ammas Geburtstag herum. Die Familienmitglieder sind einfache und hingebungsvolle Menschen, die regelmäßig kommen, um Ammas Darshan zu erhalten. Nachdem Amma von ihrem Unglück gehört hatte, entschloss sie sich, ihnen zu helfen. Sie bat Br. Premamrita, der die gesamten Amrita Kuteeram Projekte von Amma leitet, zu sehen, was getan werden konnte. Zusammen mit der Familie zeichnete er einen Bauplan, um ein zweistöckiges Gebäude auf dem ursprünglichen Grundstück zu bauen. Es würde den sieben Familien Raum bieten und bestünde im Wesentlichen aus sieben Amrita Kuteeram Häusern, die zu einem Komplex zusammen gefügt wären.

Fast ein Jahr verging, bis die Thiruvanantham Baubehörde den Bau bewilligte. Nun endlich, anderthalb Jahre nach dem Feuer, kommen die Bauarbeiten gut voran. Bald müssen die Männer der Familien nicht mehr unter freiem Himmel schlafen und die Frauen nicht mehr bei Nachbarn übernachten. Bald schon können alle wieder als Familien zusammen leben.

Die Großfamilie, die nach einem solch schrecklichen Unglück Empfänger dieses Segens wurden, besteht aus sieben Geschwistern – vier Schwestern und drei Brüdern. Alle sind in den Fünfzigern und haben eigene Kinder und Enkel. Viele der Enkel sind schon Jugendliche. Wenn sie nach ihrem Familiennamen gefragt werden, fangen sie alle an zu lachen. Nach dem sie eine Weile die Köpfe zusammen gesteckt und beraten haben, nennen sie sich die „Puthan Veedu“ – Familie: die Familie des neuen Hauses!

das HausDie Arbeiter sind gerade dabei, die Böden in dem zweistöckigen Haus fertig zu stellen, indem sie diese dunkelrot anstreichen und mit kleinen schwarzen Karos verzieren. Im Erdgeschoss befinden sich auf drei Seiten kleine Zweizimmerwohnungen, die jeweils eine Familie mit vier oder fünf Mitgliedern beherbergen. Auf der Südseite des Hauses befindet sich das Gemeinschaftsbadezimmer. Zum ersten Mal werden sie den Luxus von richtigen Duschen und Toiletten genießen! Außerdem wird ein spezieller Pujaraum eingerichtet und in einem kleinen angrenzenden Innenhof wird ein kleiner Garten angelegt werden. Dort wird die Familie Tulasi (eine heilige Basilikumart) anpflanzen, was ein Zeichen für Glück mit einer tiefen spirituellen Bedeutung ist.

Sumitra Devi, eine Tochter von einem der sieben Geschwister, lächelt stolz, als sie die zwei Zimmer zeigt, in denen sie, ihre Mutter und ihre Schwestern in ein paar Wochen wohnen werden. Sie studiert Sanskrit an einer nahegelegenen Hochschule. Auf diesem Stockwerk sind insgesamt vier Wohnungen mit je zwei Zimmern angeordnet, genau wie im unteren Stockwerk. Im Erdgeschoss befinden sich die Zimmer von Satyabamma, eine 50jährige Frau mit einem scheuen Lächeln. Sie verdient nur ein paar Hundert Rupien im Monat durch Putzarbeiten. Ihre Schwester Sumitha, die in einem Kindergarten arbeitet, wird mit ihrer Familie nebenan wohnen.

Am ersten Tag von Ammas Programm in Thiruvananthapuram kam fast die gesamte 36-köpfige Familie, um Amma für die große Hilfe zu danken, die sie ihnen geleistet hat und für die Veränderung, die in ihrem Leben stattfand. Jetzt kann jede Familie endlich etwas Privatsphäre genießen – unter dem Strohdach der alten Hütte konnte man schließlich alles voneinander hören.
 
     

 © Oliver GießbachImpressum | Haftungsausschluß | Nutzungsbedingungen | Hilfe | FAQ | SiteMapUpdate: 12.06.2005Seitenanfang

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